Kardio up 2019; 15(02): 119-129
DOI: 10.1055/a-0661-9642
Diagnostische Verfahren und Bildgebung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die CT-Koronarangiografie als elektive Diagnostik bei KHK-Verdacht

CT Coronary Angiography in Suspected Coronary Artery Disease
Silvia Smolka
,
Stephan Achenbach
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Publication History

Publication Date:
11 June 2019 (online)

Zusammenfassung

Mit der koronaren CT-Angiografie (CTA) können atherosklerotische Plaques nachgewiesen und Stenosen erkannt sowie zuverlässig ausgeschlossen werden. Die CTA ist insbesondere bei Patienten mit eher niedriger Vortestwahrscheinlichkeit geeignet, um Koronarstenosen – und damit eine koronare Herzerkrankung – auszuschließen. Dies setzt aber voraus, dass die technischen Anforderungen erfüllt und die Patienten sorgfältig ausgewählt und vorbereitet sind.

Abstract

Coronary CT angiography (CTA) is increasingly used as a diagnostic test in patients with suspected coronary artery disease. Coronary CTA, if adequately performed, allows to identify coronary atherosclerotic plaque and detecting and particularly ruling out the presence of coronary artery stenoses can be achieved with a high degree of accuracy. Prospective studies have consistently shown a very good prognosis in patients with normal coronary CTA examinations. This makes coronary CTA a particularyly useful test to rule out coronary artery disease in patients with a relatively low pre-test likelihood, but high image quality, achieved through the use of high-end technology, adequate patient selection, and careful patient preparation, remains a prerequisite for reliable diagnostic results.

Kernaussagen
  • Die koronare CTA ist für Patienten mit Verdacht auf KHK und eher niedriger Prätest-Wahrscheinlichkeit geeignet, die eine gute Bildqualität erwarten lassen.

  • Voraussetzungen für eine gute Bildqualität sind: moderne Geräte mit EKG-Triggerung, erfahrene Untersucher, stabiler Sinusrhythmus, das zuverlässige Befolgen von Atemkommandos und das Fehlen ausgeprägten Übergewichts.

  • Zur Vorbereitung des Patienten gehören die Sicherstellung einer regelmäßigen, niedrigen Herzfrequenz (< 60 – 65 Schläge/Minute), ggf. unter Einsatz von Betablockern; Einhalten von Atemkommandos, Gabe von Nitraten.

  • Die Strahlenexposition bei der CTA liegt aktuell meist zwischen 2 und 5 mSv.

  • Mit der koronaren CTA können Koronarstenosen zuverlässig ausgeschlossen werden.

  • Die koronare CTA kann auch eine nicht hämodynamisch relevante KHK aufdecken. Hieraus können entsprechende therapeutische Konsequenzen erwachsen wie z. B. die primärprophylaktische Gabe von Statinen, wobei dies zwar durch retrospektive Analysen nahegelegt wird, aber nicht von prospektiv randomisierten Studien abgedeckt ist.