Frauenheilkunde up2date 2019; 13(01): 63-78
DOI: 10.1055/a-0661-8193
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Screening im ersten Trimenon

Jutta Pretscher
,
Sven Kehl
,
Matthias W. Beckmann
,
Florian M. Stumpfe
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
08. Februar 2019 (online)

In Zeiten von wachsendem Sicherheitsbedürfnis werdender Eltern und fortschreitender technologischer Entwicklung erlangt das kombinierte Ersttrimesterscreening (ETS) eine immer größere Bedeutung. Durch differenzierte Ultraschalluntersuchungen, biochemische Serumparameter und die Möglichkeit der cfDNA-Analyse kann das Risiko für Chromosomenstörungen, Fehlbildungen und Schwangerschaftskomplikationen bestimmt werden. Dies ermöglicht eine individuell adaptierte Schwangerenvorsorge.

Kernaussagen
  • Der Ultraschall im 1. Trimenon bietet neben dem Screening auf Chromosomenstörungen die Möglichkeit, viele strukturelle Fehlbildungen des Fetus frühzeitig zu erkennen.

  • Zahlreiche Softmarker können die Detektionsraten des kombinierten Ersttrimesterscreenings erhöhen.

  • Über eine sinnvolle Integration der Bestimmung der zellfreien DNA in das aktuelle Konzept des Ersttrimesterscreenings wird noch diskutiert.

  • Mittels publizierter Algorithmen ist es möglich, im 1. Trimenon spätere Schwangerschaftskomplikationen vorherzusagen und die Schwangerenvorsorge zu individualisieren.

  • Das Präeklampsiescreening nach dem FMF-Algorithmus kann Patientinnen mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie identifizieren.

  • Patientinnen mit einem hohen Präeklampsierisiko sollten ab der Frühschwangerschaft eine ASS-Prophylaxe erhalten.