Gastroenterologie up2date 2019; 15(02): 151-167
DOI: 10.1055/a-0661-6848
Wichtige Methoden in der Gastroenterologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Blickdiagnose mit Mikrobläschen-Kontrastmittelsonografie fokaler Leberläsionen

Barbara Schellhaas
,
Deike Strobel
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Publication Date:
24 June 2019 (online)

Die Kontrastmittelsonografie (CEUS, Contrast enhanced Ultrasound) eignet sich hervorragend für die Abklärung fokaler Leberläsionen – sie ist rasch verfügbar, praktisch risikofrei und hat eine exzellente diagnostische Treffsicherheit. Der klinische Kontext ist wichtig für die Befundinterpretation. Dieser Beitrag erläutert Einsatzgebiete und typische Befunde in der Kontrastmittelsonografie bei benignen und malignen Leberläsionen.

Kernaussagen
  • Die Kontrastmittelsonografie hat eine hohe diagnostische Treffsicherheit für die differenzialdiagnostische Abklärung fokaler Leberläsionen.

  • Der klinische Kontext (Symptomatik, Leberzirrhose, maligne Grunderkrankung) ist für die Einordnung des sonografischen Befundes wichtig.

  • Hämangiome zeigen klassischerweise in der arteriellen Phase ein randständiges „globular nodular enhancement“ mit nachfolgender zentripetaler Füllung der Läsion („Irisblendenphänomen“).

  • Typisch für fokal-noduläre Hyperplasien ist ein zentrifugales KM-Anreicherungsmuster („Radspeichenmuster“) mit anhaltendem Hyperenhancement bis in die Spätphase. In der Spätphase kann punktförmig eine zentrale Narbe erkennbar sein.

  • Bei Metastasen werden je nach arterieller Kontrastierung hyper- und hypovaskularisierte Entitäten unterschieden; allen gemeinsam ist ein KM-Auswaschen in der Spätphase.

  • Das hepatozelluläre Karzinom findet sich meist in zirrhotischer Leber und zeigt ein arterielles Hyperenhancement mit nachfolgendem spätem und mildem KM-Auswaschen.