Frauenheilkunde up2date 2018; 12(06): 551-563
DOI: 10.1055/a-0660-6905
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Appendizitis in der Schwangerschaft – Diagnostik, konservative Therapie und OP

Ingolf Juhasz-Böss
,
Russalina Ströder
,
Christoph Raspé
,
Erich-Franz Solomayer
,
Gabriele Meyberg-Solomayer
,
Amr Hamza
Further Information

Publication History

Publication Date:
02 January 2019 (online)

Eine Appendizitis während der Schwangerschaft stellt eine besondere Situation dar. Während die Appendektomie früher fast ausschließlich via Laparotomie erfolgte, ist heutzutage immer häufiger die Laparoskopie (LSK) die Methode der Wahl. Das Verfahren ist in geübten Händen auch in der Schwangerschaft sicher. Die Komplikationsraten sind insgesamt niedrig und die perioperative Morbidität ist bei der LSK gegenüber der Laparotomie deutlich niedriger.

Kernaussagen
  • Aufgrund des wachsenden Uterus und anderer physiologischer körperlicher Veränderungen sind nicht alle klassischen kardinalen Symptome der Appendizitis bei schwangeren Frauen festzustellen.

  • Mit zunehmendem Gestationsalter wird der Blinddarm aufgrund des zunehmenden Uterusvolumens nach kranial verschoben. Diese Verlagerung der Schmerzen erhöht die Anzahl der möglichen Differenzialdiagnosen und erschwert somit die Diagnostik.

  • Eine Ultraschalluntersuchung sollte im Rahmen eines hochgradigen klinischen Verdachtes auf eine Appendizitis in der Schwangerschaft an erster Stelle durchgeführt werden.

  • Sollten die Ultraschallparameter nicht eindeutig hinweisend sein, so besteht die Indikation für die Durchführung einer nativen Magnetresonanztomografie (MRT).

  • Eine initiale antibiotische Therapie mit Penicillin/Cephalosporin und Metronidazol sollte für 48 Stunden unter stationären Bedingungen versucht werden.

  • Sofern es zu keiner Besserung nach 48 Stunden unter antibiotischer Therapie kommt, sollte eine Appendektomie durchgeführt werden.

  • Sofern die Indikation zur OP steht, sollte mit der Schwangeren die Frage nach dem adäquaten Zugang mit den Vor- und Nachteilen der Laparoskopie und der Laparotomie in der Schwangerschaft besprochen werden.