Zusammenfassung
Die Hallux-valgus-Fehlstellung ist unbehandelt meist als progrediente Deformität anzusehen.
Sie führt jedoch nicht zwangsläufig zu Schmerzen und Leidensdruck bei den Patienten.
Prävention primär: Fußgerechtes Schuhwerk sowohl zur Vermeidung von Druckstellen als
auch zur Vermeidung einer forcierten Progredienz der Pathologie. Funktionelle Stabilisierung
des Fußes mittels Gymnastik oder physiotherapeutischer Anleitung. Prävention sekundär:
Orthesenversorgung und/oder Einlagenversorgung zur Verbesserung der funktionellen
Stabilisierung. Prävention tertiär: Die konsequente adaptierte postoperative Nachbehandlung,
die sich an den operativen Maßnahmen orientiert. Die Indikation zur Einleitung einer
therapeutischen Maßnahme beim Hallux valgus ist abhängig vom Leidensdruck des Patienten,
Alter und Vorliegen einer Arthrose im Großzehengrundgelenk. Weitere patientenspezifische
Pathologien können die Einleitung einer Therapie ebenfalls beeinflussen. In der 1. Stufe
der ambulanten Therapie stehen die Beratung und Physiotherapie im Vordergrund, additiv
Analgetika oder antiphlogistische Maßnahmen. Manuelle Therapien, physiotherapeutische
Maßnahmen, Orthesen oder orthopädietechnische Maßnahmen sind in Anbetracht der bestehenden
Pathologie und des Leidensdruckes anzuwenden. In der Stufe 2 der ambulanten bzw. stationären
therapeutischen Maßnahmen ist beim symptomatischen Hallux valgus die operative Therapie
indiziert. Die operative Therapie sollte sich dabei sowohl am Schweregrad der Pathologie
als auch an den postoperativen Mobilisationsmöglichkeiten des Patienten und weiteren
patientenspezifischen Kriterien orientieren.
Schlüsselwörter
Hallux valgus - Ballenzehe - Vorfußschmerz