Frauenheilkunde up2date 2018; 12(04): 359-370
DOI: 10.1055/a-0607-0112
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intrauterine Wachstumsrestriktion

Sven Kehl
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Publication Date:
12 September 2018 (online)

Die intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR, Intrauterine Growth Restriction) kommt bei circa 5 – 10% aller Schwangerschaften vor und ist ein bedeutendes geburtshilfliches Problem mit hoher Morbidität und Mortalität. Auch wenn die zugrunde liegenden Ursachen verschieden sind, so endet die IUGR häufig in einer suboptimalen uteroplazentaren Perfusion und fetalen Versorgung.

Kernaussagen
  • Etwa 5 – 10% der Schwangerschaften sind von einer intrauterinen Wachstumsrestriktion betroffen.

  • Risikofaktoren können maternal, uteroplazentar und fetal bedingt sein.

  • Die Diagnostik muss zunächst von SGA-Feten abgrenzen. Anhand des fetalen Schätzgewichts sowie der Doppler-Sonografie lässt sich die Diagnose IUGR gemäß der neuen Leitlinien stellen.

  • Eine sonografische Feindiagnostik kann bei V. a. IUGR strukturelle Auffälligkeiten detektieren oder ausschließen.

  • Im Management der IUGR sind regelmäßige sonografische Verlaufskontrollen sowie die Doppler-Sonografie der A. umbilicalis und der Aa. uterinae obligate Maßnahmen, ergänzt um CTG-Kontrollen.

  • Die Entbindung richtet sich nach den Befunden im Verlauf der Schwangerschaft, wobei abgewogen werden muss zwischen den Risiken einer vorzeitigen Entbindung und denjenigen eines weiteren Verbleibs im Mutterleib.

  • Prophylaktisch kann man bei (Wiederholungs-)Risiken einer IUGR niedrig dosierte Azetylsalizylsäure vor der 16. SSW einsetzen. Da Nikotin ein beeinflussbarer Risikofaktor ist, sollte die Schwangere zur Abstinenz ermutigt werden. Betablocker sollten bei einer hypertensiven Schwangeren nicht angewandt werden.