Klinikarzt 2018; 47(04): 146-150
DOI: 10.1055/a-0605-7652
Schwerpunkt
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Schlaganfallprävention in der klinischen Praxis

Neue Daten zum PFO- und LAA-Okkluder
Johannes Jakob Hartung
1  Medizinische Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin
2  Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, Berlin
,
Carsten Skurk
1  Medizinische Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin
2  Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, Berlin
,
David Manuel Leistner
1  Medizinische Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin
2  Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, Berlin
3  Berlin Institute of Health (BIH), Berlin
,
Ulf Landmesser
1  Medizinische Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin
2  Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, Berlin
3  Berlin Institute of Health (BIH), Berlin
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Publication History

Publication Date:
09 May 2018 (online)

Zusammenfassung

Zur Prophylaxe kardioembolischer Schlaganfälle und Thromboembolien hat die Implantation intrakardialer Okkluder sowohl bei Patienten mit Vorhofflimmern als auch bei Patienten mit persistierendem Foramen ovale (PFO) im Vergleich zu einer lebenslangen antithrombotisch-medikamentösen Therapie in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung in der klinischen Praxis gewonnen. Neue Daten aus großen Studien, die die Katheter-basierten Systeme zum Verschluss des linken Vorhofohres (left atrial appendage, kurz: LAA) bei Patienten mit Vorhofflimmern und relevantem Schlaganfallrisiko hinsichtlich Ihrer Effektivität und Sicherheit randomisiert im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten untersucht haben, zeigen vielversprechende Ergebnisse. Darüber hinaus konnte in 3 randomisierten Studien, die im vergangenen Jahr im New England Journal of Medicine publiziert wurden, eine signifikante Überlegenheit des interventionellen PFO-Verschlusses im Vergleich zu einer alleinigen medikamentösen Therapie bei Patienten < 60 Jahre mit kryptogenem Schlaganfall nachgewiesen werden. Bislang nicht untersucht ist der randomisierte Vergleich der LAA-Verschlusssysteme mit einer NOAK-Therapie. Auch zur Beantwortung der Frage nach der optimalen, risikoadaptieren, medikamentösen post-LAA-Okkluder-Implantationstherapie müssen die Ergebnisse aktuell rekrutierender Studien abgewartet werden.