Notfallmedizin up2date 2018; 13(01): 79-90
DOI: 10.1055/a-0588-7655
Spezielle Notfälle
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rettung aus Höhen und Tiefen – Standardtechniken der Feuerwehr

Rescue From Heights and Depths – Fire Departmentsʼ Standard Rescue Techniques
Marc-Michael Ventzke
,
Helmut Balkie
,
Gregor Kemming
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Publication History

Publication Date:
24 April 2018 (online)

Zusammenfassung

Der Notarzt muss für eine effektive und erfolgreiche Einsatzabwicklung die lokalen Gegebenheiten, die Fähigkeiten der Feuerwehren und die Standardrettungstechniken kennen. Der vorliegende Artikel geht auf die Rettung mit Hubrettungsmitteln und einfaches Retten aus Höhen und Tiefen mit der Schleifkorbtrage ein.

Abstract

Usually, the prehospital emergency physician faces typical scenarios (e.g. motor vehicle accidents, trapped person) in which help of the fire services is needed. Besides that, every now and then patients need to be rescued from heights and depths. Frequent situations are medical emergencies in upper floors, when patients cannot be evacuated through the staircase, falls in pits or silos and so on. For a successful and effective management the emergency physician has to know local circumstances, fire servicesʼ skills and standard rescue techniques. The present article addresses the aerial apparatus rescue and rescue techniques from heights and depths with a basket style stretcher.

Kernaussagen
  • Der Notarzt sollte sich schon beim Betreten der Einsatzstelle einen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten und eventuelle Rettungsmöglichkeiten verschaffen. Die Feuerwehr soll dann frühzeitig zur Rettung hinzugezogen werden, wenn absehbar ist, dass der Patient mit den zur Verfügung stehenden Mitteln des Rettungsdienstes nicht gerettet werden kann.

  • Hubrettungsmittel bieten vielfältige Möglichkeiten, um Patienten schonend aus Höhen oder Tiefen zu retten.

  • Um Hubrettungsmittel effizient einsetzen zu können, muss der Notarzt deren Standorte im Rettungsdienstbereich und die Limitationen kennen.

  • Die HAUS-Regel (HAUS = Hindernisse, Abstände, Untergrund, Sicherheit) vermittelt Einsatzgrundsätze für den sicheren Einsatz von Hubrettungsmitteln.

  • Die Rettungskörbe bieten die Möglichkeit der Tragenaufnahme. Allerdings sind nicht alle Halterungen mit der Rettungsdiensttrage kompatibel. Dies muss bei der Planung der Patientenrettung bedacht werden.

  • In gewissen Fällen ist eine Rettung mit Hubrettungsmitteln nicht möglich. Eine Alternative stellen die Feuerwehren dann mit dem Gerätesatz Auf- und Abseilen und Absturzsicherung zur Verfügung, der dem einfachen Retten aus Höhen und Tiefen dient.

  • Sind die Grenzen des einfachen Rettens aus Höhen und Tiefen erreicht, müssen Spezialkräfte hinzugezogen werden. Diese werden jedoch meist nur durch Berufsfeuerwehren vorgehalten und haben eine entsprechend längere Anfahrtszeit.