Radiologie up2date 2018; 18(02): 171-182
DOI: 10.1055/a-0578-5298
Pädiatrische Radiologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Maligne Knochentumoren im Kindesalter

Malignant bone tumors in children
Markus Uhl
,
Simone Hettmer
,
Georg Herget
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Publication History

Publication Date:
29 June 2018 (online)

Zusammenfassung

Das Osteosarkom und das Ewing-Sarkom als häufigste primäre maligne Knochentumoren im Kindesalter sind Tumoren mit vielen Gesichtern. Ihre Malignität erfordert eine rechtzeitige Diagnose und die sichere Abgrenzung von anderen aggressiven Knochentumoren, z. B. von der Langerhans-Zell-Histiozytose.

Kernaussagen
  • Die beiden wichtigen Vertreter der malignen Knochentumoren im Kindes- und Jugendalter sind das Osteosarkom und das Ewing-Sarkom. Beide Entitäten haben charakteristische Zeichen in der bildgebenden Diagnostik. Röntgenbild (bzw. CT) und MRT sind komplementäre Verfahren und müssen zur Diagnosestellung in Zusammenschau betrachtet werden.

  • Aufgrund der uncharakteristischen klinischen Symptomatik sollten Kinder und Jugendliche mit diffusen dumpfen „Wachstumsschmerzen“ unbedingt einer Röntgenuntersuchung zum Ausschluss eines Knochentumors zugeführt werden! Bei einem Knochenmalignom finden sich hinweisende Zeichen oft bereits in konventionellen Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen.

  • Beim Verdacht auf ein eosinophiles Granulom sollte eine Ganzkörper-MRT zum Nachweis weiterer Skelettherde durchgeführt werden.

  • Bei Verdacht auf ein Skelettsarkom sollte die weitere Diagnostik und Therapie an einem kinderonkologischen-kinderorthopädischen Zentrum erfolgen. Eine bildgesteuerte Nadelbiopsie sollte nur in Absprache mit dem Tumororthopäden erfolgen, im Regelfall ist eine offene Biopsie zu bevorzugen (mit Gewinnung von ausreichend Material für Tumorgenetik und Histologie).