Pneumologie 2024; 78(S 01): S18-S19
DOI: 10.1055/s-0044-1778763
Abstracts
Endoskopie – Bronchoskopie und Interventionelle Pneumologie

Unterschiedliche lokale Gewebereaktionen nach bronchoskopischer Dampfablation (BTVA)

Autor*innen

  • T Pladeck

    1   Vamed-Klinik Hagen-Ambrock; Pneumologie
  • B Luka

    2   Vamed Klinik Hagen-Ambrock; Radiologie
  • W Galetke

    3   Vamed-Klinik Hagen-Ambrock; Pneumologie; Pneumologie
 

Hintergrund Die bronchoskopische Dampfablation (BTVA) wird als Methode der endoskopischen Lungenvolumenreduktion (ELVR) zur Behandlung eines heterogenen, oberlappenbetonten Emphysems mit inkompletten Fissuren eingesetzt. Bisher wenig untersucht ist der Zusammenhang von Ausmaß und Muster der lokalen Gewebereaktion und dem klinischen Verlauf nach einer Behandlung.

Fallserie Im Rahmen der konsekutiven retrospektiven Auswertung unserer Fallserie stellen wir zunächst exemplarisch 2 Kasuistiken gegenüber. Fall 1: 60-jährige Patientin mit BTVA im Segment 1 und 2 des rechten Oberlappens. Präinterventionelle Parameter: FEV1 0,61 Liter (23%Soll), RV 5,96 Liter (295%Soll), TLC 7,37 Liter (137%Soll), CAT-Score 28 Punkte, 6-MWT 180 m. 6 Wochen später zeigte sich ct-morphologisch eine ausgedehnte Konsolidierung, vergleichbar einer großflächigen Abszedierung und mit Volumenminderung. In den transbronchialen Kryobiopsien konnte eine nekrotisierende granulomatöse Entzündung nachgewiesen werden. Die BAL wies keine pathogenen Erreger auf. Die Funktionsparameter zeigten eine Verbesserung zu den Ausgangswerten: FEV1 0,74 Liter (28%Soll), RV 4,57 Liter (226%Soll), TLC 6,50 Liter (121%Soll), CAT-Score 21 Punkte, 6-MWT 240 m. 4 Monate postinterventionell stellten sich eine Resorption der infiltrativen Veränderungen mit Restkonsolidierungen dar. Der klinische Verlauf verlief weiterhin positiv. Fall 2: 65-jährige Patientin mit BTVA in den Segmenten 1 und 3 im rechten Oberlappen. Ausgangsparameter: FEV1 0,64 Liter (25%Soll), RV 4,59 Liter (219%Soll), TLC 6,26 Liter (115%Soll), CAT-Score 28 Punkte, 6-MWT 310 m. Computertomographisch konnten nach 6 Wochen nur geringgradige peribronchiale Verdichtungen in den Therapiesegmenten mit geringer Volumenminderung nachgewiesen werden. Es ergab sich keine Besserung der klinischen Parameter: FEV1 0,60 Liter (23%Soll), RV 5,96 Liter (274%Soll), TLC 7,23 Liter (133%Soll), CAT-Score 22 Punkte, 6-MWT 265 m. 4 Monate nach der BTVA waren bildgebend und funktionell keine wesentlichen Änderungen festzustellen.

Schlussfolgerung Es zeigen sich nach BTVA unterschiedliche Gewebereaktionen mit Auswirkung auf die klinischen Verläufe. Entscheidend für den Behandlungserfolg scheint das ct-morphologische Muster 6 Wochen nach der Intervention zu sein.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
01. März 2024

© 2024. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany