Pneumologie 2024; 78(S 01): S12
DOI: 10.1055/s-0044-1778754
Abstracts
Endoskopie – Bronchoskopie und Interventionelle Pneumologie

Die endoskopische Lungenvolumenreduktion mit Ventilen senkt die Exazerbationshäufigkeit bei COPD-Patienten mit schwerem Lungenemphysem

Authors

  • J Brock

    1   Thoraxklinik Heidelberg; Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin
  • F Böhmker

    2   Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg
  • P Schuster

    3   Thoraxklinik Heidelberg; Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; Pneumologie
  • R Eberhardt

    4   Pneumologie & Internistische Intensivmedizin, Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg, Deutschland; Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland; Pneumologie und Internistische Intensivmedizin
  • D Gompelmann

    5   Universitätsklinik für Innere Medizin Ii; Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland; Klinische Abteilung für Pulmologie
  • K Kontogianni

    6   Thoraxklinik Universitätsklinik Heidelberg
  • S Dittrich

    7   Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik Heidelberg; Translational Lung Research Center Heidelberg (Tlrc), German Center for Lung Research (Dzl)
  • N Benjamin

    8   Zentrum für Pulmonale Hypertonie; Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg; Translational Lung Research Centre Heidelberg (Tlrc), German Centre for Lung Research (Dzl)
  • F Herth

    9   University Hospital Heidelberg; Institute of Internal Medicin III – Pneumology; Thoraxklinik
 

Hintergrund Exazerbationen beschleunigen den Progress der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR) mit Ventilen ist eine etablierte Therapieoption für Patienten mit schwerem Lungenemphysem. Nach Ventilimplantation werden bei 8-17% der Patienten postinterventionell Exazerbationen beobachtet. Es ist nicht bekannt, ob sich die Exazerbationshäufigkeit im mittelfristigen Verlauf nach ELVR verändert.

Methoden Patienten mit einer Ventilimplantation in den Jahren 2016-2019 in der Thoraxklinik Heidelberg wurden retrospektiv ausgewertet hinsichtlich der Exazerbationshäufigkeit vor und nach Ventilimplantation, Lungenfunktion, körperlicher Belastbarkeit und radiologischem Ausmaß der Lungenvolumenreduktion. Der primäre Endpunkt war die Anzahl der Exazerbationen 1 Jahr nach ELVR verglichen mit 1 Jahr vor ELVR.

Ergebnisse Es wurden 129 Patienten (64,1± 7,7 Jahre alt, 57% weiblich, FEV1 0,8± 0,2 l, RV 243,4± 54,9%) mit kompletter Exazerbationshistorie analysiert. 63,3% aller Patienten hatten mindestens 2 Exazerbationen im Jahr vor ELVR und gelten damit als „Viel-Exazerbierer“. Im Mittel erlitten die Patienten 2.5± 2.2 moderate und schwere Exazerbationen 1 Jahr vor ELVR. Diese Anzahl nahm signifikant ab auf 1.8± 2.2 Exazerbationen im 1. Jahr nach ELVR (p=0,009). Der Abfall der Exazerbationen war assoziiert mit der Ausbildung einer Totalatelektase (r=0,228, p=0,009), dementsprechend war der Rückgang der Exazerbationen in dieser Gruppe mit 41 Patienten deutlicher (von 2,8± 2,0 auf 1,4± 1,8 Exazerbationen, p < 0,001).

Schlussfolgerung Die ELVR mit Ventilen ist auch möglich bei „Viel-Exazerbierern“ und kann die Exazerbationshäufigkeit sogar senken, insbesondere dann wenn ein voller Therapiebenefit in Form einer Totalatelektase vorliegt.



Publication History

Article published online:
01 March 2024

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