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DOI: 10.1055/s-0029-1239154
Gesundheitsökonomische Begleitevaluation Heinz Nixdorf Recall Studie – Validierung der Arzneimitteldaten
Einleitung: Die Gesundheitsökonomische Begleitevaluation der Heinz Nixdorf Recall Studie verfolgt das Ziel, eine Kosten-Effektivitätsanalyse eines Koronarkalk-Screenings durchzuführen. Datengrundlage sind zum einen Primärdaten, die aus der Erhebung der Heinz Nixdorf Recall Studie hervorgehen, und zum anderen angeforderte probandenbezogene Krankenkassendaten (Sekundärdaten). Für die Modellierung der Kosten sollen später fehlende Informationen der Probanden ohne Kassendaten den Primärdaten entweder direkt entnommen oder anhand dieser konstruiert werden. Die Qualität der Primärdaten und die Vergleichbarkeit mit den Sekundärdaten nimmt daher einen hohen Stellenwert ein. Anhand einer exemplarischen Auswahl von verfügbaren Arzneimitteldaten einer in der Studie vertretenen Krankenkasse werden im Vortrag einige methodische Aspekte zur Gegenüberstellung der beiden Datenquellen veranschaulicht.
Methoden: Umfangreiche von den Krankenkassen gelieferte Arzneimitteldaten liegen für rund 50% der 4814 Probanden vor. Primärdaten zur Medikamenten-Einnahme sind für die Gesamtzahl der Probanden erfasst worden. In einem ersten Schritt kann auf Basis der Probanden, für die Daten aus beiden Datenquellen existieren, anhand des Arzneimittel-Namens ein Vergleich angestellt werden, inwieweit die unterschiedlich generierten Daten übereinstimmen (enthalten in Primärdaten, aber nicht in Sekundärdaten und vice versa).
Ergebnisse: Für das untersuchte Kollektiv lässt sich im Hinblick auf die Anzahl der im Erhebungszentrum angegebenen und der in den Sekundärdaten aufgeführten Medikamente eine sehr gute Übereinstimmung konstatieren. Nicht-Übereinstimmungen können häufig plausibel erklärt werden. Primärdaten geben bezogen auf die tatsächliche Einnahme tendenziell einen umfassenderen Überblick, da auch nicht erstattungsfähige Arzneimittel (over the counter) aufgeführt werden, die in den Sekundärdaten fehlen.
Schlussfolgerungen: Gerade in Bezug auf die häufig mit einem Bias behafteten Selbstangaben ist die hohe Kongruenz der Datenquellen überraschend. Eine Überprüfung der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Studien wäre wünschenswert. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ein Vergleich der Datenquellen für eine Teilgruppe der Probanden in jedem Fall sinnvoll, die Ausweitung auf alle Studienteilnehmer bzw. alle Probanden mit vorliegenden Sekundärdaten aber aufgrund des großen Aufwandes zu überdenken ist.